Antarktische Halbinsel mit der Dreimastbark Europa

Tag 1 Punta Arenas
Willkommen an Bord! Die EUROPA liegt an der Pier von Punta Arenas.
Es wird dringend empfohlen, dass Sie einen Tag vor der Einschiffung in Punta Arenas ankommen, um Raum
für eventuelle Flugverzögerungen oder Gepäckverspätungen zu schaffen. Zusätzliche Zeit, die Ihnen auch Wanderungen im
nahen Nationalpark Magallanes ermöglicht, Stadtrundgänge usw. Eine Halbtagestour führt zur Magellan-Pinguin Rookery am Otway Sund usw..
Nach der Anmeldung an Bord bringt die Besatzung Ihr Gepäck zu Ihrer Kabine. Genießen Sie Ihre erste Mahlzeit an Bord. Der
Kapitän und der Expeditionsleiter informieren Sie über das Schiff. Die Abfahrt ist am selben Abend geplant.
2. Tag Chilenische Fjorde
Die Crew führt Sie durch das Schiff, erläutert Sicherheitsmaßnahmen und hilft Ihnen, Ihren Weg durch Hunderte von Seilen zu finden, die Bestandteil des quadratisch geriggten Segelschiffes sind.
Auf unserem Weg zum Weißen Kontinent segeln wir zuerst einen südwestlichen Kurs durch die Magellanstraße, zwischen steilen grünen Bergen und Gletscherfronten. In diesem Bereich erfordern die Windverhältnisse sehr anspruchsvolles Segeln, weshalb wir wahrscheinlich überwiegend unter Motor fahren. Wenn möglich, werden wir auch zu einem Besuch der Küste anhalten.
Während dieses ersten Teils der Reise werden wir von zwei Lotsen begleitet, die gemeinsam mit unserem Kapitän dafür sorgen, dass wir problemlos entlang Feuerland und durch den Kap-Horn-Archipel gelangen. Sie werden bei uns bleiben bis wir den Beagle-Kanal verlassen haben und in die Überquerung der Drake Passage starten.
Tage 3 – 4 Patagoniens
Wir segeln durch den südlichsten Teil des chilenischen Patagoniens: eine ideale Strecke, um die Tierwelt am Ufer, im Wasser und Himmel zu sehen. Genießen Sie die wunder-schöne Landschaft des Kap Horn Biosphärenreservates. Wenn möglich, werden wir unter Segel Strecke machen und auf der chilenischen Seite des Kanals bleiben, wo wir die Navarino-Insel und Puerto Williams, die südlichste Stadt der Welt passieren: Unser Weg führt auch nach Ushuaia auf der argentinischen Seite, aber erst bei unserer Rückkehr aus der Antarktis.
Danach verlassen wir den Beagle-Kanal und steuern nach Süden. Abhängig von Wind, Wellen und Wetter, besteht vielleicht eine Möglichkeit zum Besuch des mystischen Kap Hoorn, um dessen raue Umgebung zu erleben und seinen berühmten Leuchtturm zu besuchen.
Tage 5 – 6- Drakestraße
Die Überquerung der Drake-Passage ist eine Strecke von ca. 450NM (ca. 800 km) ab Leuchtturm Kap Hoorn. Das Meer rund um Kap Hoorn hat den Ruf sehr stürmisch zu sein, aber zwischen den Tiefs ist die See ruhig. Der Wind wechselt von Südwesten bis Nordwesten; eine gute Überfahrt unter Segel sollte daher möglich sein. Sturmvögel und Albatrosse sind unsere ständigen Begleiter. Während der Überfahrt kann jeder der Mannschaft etwas helfen, sei es beim Steuern, Segel verstauen oder dgl.,. um sich die Zeit zu verkürzen.
7. Tag Eisberge in antarktischen Gewässern
Je weiter wir nach Süden fahren, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit Eisberge zu sehen. Auf dem Radar werden große Tafeleisberge sichtbar. Wir halten ständig Ausschau, so dass wir nicht zu nahe an sie heranfahren. Glücklicherweise sind die Nächte in den Breiten von 59° 61° Süd bereits kurz. Es ist eindrücklich, wenn wir die brillanten weißen Formen der schwimmenden Giganten erstmals am Horizont sehen. Sie sind riesig und sehr hoch! Dies ist das erste Zeichen, dass wir uns wirklich der großen weißen Masse der Antarktis nähern! Am Abend werden wir in einer geschützten Bucht der Insel Barrientos ankern.
Tag 8 Ankern in der Nähe von Barrientos Island, einer der Aitcho Inseln
Um das Schiff herum sehen wir überall Pinguine aus dem Wasser springen. Die Crew wird uns mit den Jollen an Land bringen. Wir teilen den Strand mit Gentoo- und Zügelpinguinen. Die Guides führen uns zur anderen Seite des Berges, wo wir viele See-Elefanten finden. Die Aitcho-Inseln liegen nicht vollständig unter einer Eiskappe. In den bunten Moosflächen brüten Riesensturmvögel und Skuas.
Tag 9 Yankee Harbour oder Hannah Point
Wir gehen in der Dämmerung los. Zum ersten Mal auf dieser Reise werden wir die weißen Eis-Klippen um uns herum sehen. und haben hier eine gute Chance Buckelwale zu entdecken. Üm uns herum viele Pinguine, die uns ihre Show auf schwimmenden Eis vorführen. Wenn genug Zeit ist, segeln wir nach Edinburgh Hill zu einem Felsen, der direkt aus dem Wasser steigt. Hier können wir sehen, dass das zu Basalt erstarrte Magma aus dem Zentrum eines Vulkans stammt. Enormer Druck aus der Tiefe hob den Turm in die Höhe, aber bisher ist der Vulkan noch nie ausgebrochen.
In Yankee Harbour treffen wir auf eine große Ansammlung von Eselspinguinen. Gelegentlich sehen wir ein Weddell-Robbe oder eine Pelzrobbe.. Hannah ist eine Halbinsel an der Südostküste der Livingston-Insel und ein wahres Tierweltparadies. Vogelfreunde finden hier Nester des amerikanischen Sheathbills, Riesensturmvögel, Raubmöwen, etc.. Wir suchen auch nach dem Goldschopfpinguin.

10.Tag Deception Island
Weiter im Süden, am Breitengrad 63° Süd, liegt Deception Island, eine ringförmige Vulkaninsel mit einem internen Krater.
Die EUROPA wird durch eine kleine Öffnung, genannt 'Neptunes Bellows' in den Kratersee hineinsegeln und in der Walfängerbucht, nahe der Ruinen einer Walfangstation ankern. Zuletzt wurden die Gebäude als Basis für wissenschaftliche Arbeiten verwendet, 1969/70 jedoch durch einen Vulkanausbruch zerstört. Sie können zu Fuß zum "Neptunes Fenster" laufen und dort ein herrliches Panorama genießen, wenn Sie in den Krater zurückblicken.
Ein paar Kilometer weiter in der Pendel Bucht steigen thermische Ströme auf. Je nach Gezeitenstand kann man hier in geothermisch beheiztem Wasser baden.
Day 11 Trinity Island
Wir verlassen Deception's Krater Kurs Süd und lassen die Südlichen Shetlandinseln achtern liegen.
Wir ankern zwischen Spert und Trinity Island und besuchen spektakuläre Eislandschaften mit unseren Schlauchbooten. Die Farben und Formen sind atemberaubend: Überhänge mit kristallklarem Eiszapfen, Eispaläste, wie von Künstlerhand geschaffen, massive Gateways und Open-Air Ballsäle. An einigen Stellen leuchtet blaues Licht durch das Eis, das Wasser ist türkis.
Es ist eine beeindruckende Welt, entstanden durch extreme Veränderungen der Temperatur und geformt durch Wind und Wasser. Manchmal haben wir Glück und sehen hier Seeleoparden.

Tag 12-Gouvernøren-Hafen (Enterprise Insel) oder Cuverville Island
Um diese Halbinsel suchen Wale in geschützten Buchten nach Krill Der Anblick der Wale und die Krillfütterung sind wirklich spektakulär. Bei einer früheren Expedition sahen wir sogar das weltweit größte Tier den Blauwal, der mehr als 30 m Länge erreichen kann.
Wir besuchen die Enterprise-Insel und Gouvernøren Hafen. Die Bucht ist so benannt nach dem Walfängerschiff "Gouvernøren", das hier im Jahre 1916 zerstört wurde. Der 25m-Bug des Schiffes ragt noch aus dem Wasser. Cuverville Island ist wegen seiner roten und grünen Moose etwas Besonderes, auch die Heimat von Raubmöwen und Tausenden von Eselspinguinen.
Tag 13 Anlandung auf dem Kontinent bei Paradise Harbour oder Neko Harbour
Wir hieven den Anker sehr früh und segeln südlich nach Paradise Harbour oder Neko Harbour.
Wir sind von riesigen, beeindruckenden Gletschern umgeben. Hohe Eisklippen steigen hier steil aus dem Meer empor. Wir hören das Eis knacken und sehen zu wenn große Eisbrocken abbrechen. Manchmal bricht sogar eine ganze zig Meter hohe Wand ab. Diese riesige Eismasse entsendet eine hohe Welle, die langsam auf unser Schiff zurollt.- ein atemberaubendes Naturschauspiel..
Hier können wir auch erstmals über Fels des antarktischen Kontinents laufen.
14.Tag Argentine Islands
Ein langer, bei den Passagieren sehr beliebter Tag liegt vor uns. Wir fahren in den Lemaire-Kanal. 1.000 m hohe Berge säumen den engen Kanal. Auf den Eisschollen um uns herum liegen zahlreiche Robben. Alle Passagiere strömen nun an Deck, um dieses Panorama zu filmen und zu fotografieren. Wir fahren dann in die Penola Strait ein.. Die Strecke könnte durch Eis blockiert sein, wir werden jedoch wahrscheinlich einen Weg hindurch finden und uns in beständigem Zickzack um die Eisberge und Eisschollen herummogeln..
Die Eisbedingungen könnten uns den Weiterfahrt nach Süden schließlich gänzlich versperren .
Sofern es das Eis zulässt, werden wir auf der Breite 65° Süd, dem südlichsten Punkt unserer Reise ankern.. Am Abend beabsichtigen wir, die ehemalige britische Basis "Faraday" zu besuchen. Heute ist dies eine ukrainische Forschungsstation ('Vernadsky'). Ein Wissenschaftler wird uns durch die Station führen und von seiner Arbeit berichten.
An dieser Stelle gilt es ständig auf den Wind und das Wetter zu achten, damit wir nicht vom Eis eingeschlossen werden..
Tag 15-Petermann-Insel
Wir suchen uns einen Weg aus den Argentine Islands hniaus und ankern ein paar Stunden später. in der Nähe der Petermann-Insel Zum ersten Mal sind wir hier in der Nähe einer großen Kolonie von Adeliepinguinen..Skuas fliegen über der Rookery und lauern auf eine Gelegenheit, ein Pinguin-Küken zu schnappen, wenn die Eltern es ungeschützt lassen.
Diese Insel erinnert auch an den französischen Entdecker Charcot, der hier mit dem Schiff "Pourquoi Pas" (Warum nicht) 1909 überwinterte. Das Schiff war von ein ähnlicher Größe wie die EUROPA.
Tag 16-Port Lockroy
Durch den Lemaire-Kanal und Peltier-Kanal erreichen wir die Bucht Port Lockroy. Seit 1944 gibt es hier eine Station. Es ist die älteste bestehende britische Station in der Antarktis. Das Gebiet wurde im Antarktis-Vertrag von 1995 zum Denkmal erklärt. Während des antarktischen Sommers ist die Station mit drei Briten bemannt, die sich um die Basis kpmmern. Wir gehen an Land um die Station zu besuchen, können dort Postkarten und Briefmarken erwerben und sie vom südlichsten Postamt der Welt nach Hause schicken. Manchmal dauert es freilich ein paar Monate für einen Brief nach Europa.
Am Ufer sehen wir viele Eselspinguine, Seeleoparden warten auf Pinguine im Wasser.. Für diese schnellen Tiere ist es leicht die Pinguine zu fangen. Danach liegen sie ihre letzte Pinguinmahlzeit verdauend träge auf dem Eis .

17.Tag Dorian Bay
In der Nähe von Port Lockroy, auf der anderen Seite einer schönen Eiskappe, kommen wir in die Bucht von Dorian. In der Vergangenheit wurde die Eiskappe zu Beginn der Sommersaison als eine Landepiste für Kleinflugzeuge genutzt.
Die Eiskappe erstreckt sich vom Gipfel des Jabet Peak bis tief hinunter ins Meer, wie eine massive, weiße Schneezunge Genießen Sie die herrliche Aussicht auf die Bucht, die vielen Eselspinguine und Weddell Robben.

Am späten Nachmittag verlassen wir die Gegend durch den Schollaert-Kanal und segeln Richtung Melchior-Inseln.. Auf manch früheren Reisen hatten wir hier das Glück von großen Schwertwalen begleitet zu werden, die neben dem Schiff herschwammen, als wollten sie der EUROPA Gesellschaft leisten. So konnte sich jeder and Bord satt photographieren.
Tag 18 Melchior Inseln
Am Morgen machen wir eine letzte Zodiac-Tour, bevor wir die Antarktis verlassen. Mit Karte und Kompass navigieren wir mit den Schlauchbooten zwischen kleinen Inseln und schmalen Passagen, flankiert von Gletschern. Vielleicht sehen wir einige Robben, Wilsons Stormpetrels fliegen in der Nähe um uns herum.
Um die Mittagszeit verlassen wir die geschützten Gewässer und die Überfahrt zurück nach Südamerika beginnt. Bei klarem Wetter sehen wir nach 100 Meilen Anvers Island. Die Sicht auf ihre 3000 Meter hohen Gipfel wird uns für fast einen Tag begleiten.

Tag 19, 20, 21 Drakestraße
Nun ist Zeit die vielen Eindrücke der vergangenen Tage zu reflektieren und in Ruhe zu verarbeiten.
Wir werden während der Passage von Delphinen und vielen Seevögeln begleitet werden. Und es bleibt zu hoffen, dass der Wind günstig ist, wenn wir in Richtung Argentinien zurücksegeln. Da wir die Überfahrt von einem südlicheren Punkt beginnen, dauert es einen Tag länger, durch die Drake-Passage zu segeln...
Tag 22 Kap Hoorn und Feuerland
Bald sehen wir die Diego-Ramirez-Insel auf unserer Backbordseite. Jetzt sind wir in der Nähe des berüchtigten Kap Hoorn. Kap Hoorn zeigt uns an, dass die Drakestraße fast vollständig überquert wurde. Nunmehr haben wir die ruhigeren, von Felsen und Inseln geschützten Gewässer Feuerlands erreicht. Wir nehmen Kurs in Richtung des Beagle-Kanals. Die Inseln und Fjorde erscheinen nach unserem Antarktis Besuch bemerkenswert grün. Sie sind der Lebensraum von mehr als 150 Vogelarten, von Bibern und Kondore usw., die diese schöne Wildnis bewohnen.. Auf dem Beagle-Kanal erwarten wir schließlich den obligatorischen Piloten..
23. Tag Ankunft in Ushuaia
Wir sind in der Nähe von Ushuaia, aber auf dem Weg gibt es immer noch etwas zu sehen.. Ein paar Meilen vor dem Hafen von Ushuaia passieren wir zwei Felseninseln mit Seelöwen, die Islas de Lobost. Seelöwen gehen nicht in die Antarktis. Große Männchen liegen herum und halten ein wachsames Auge auf ihren Harem, den sie vor Konkurrenten schützen. Wenn wir den rotenweißen Leuchtturm 'Les Eclaireurs' sehen, kommt Ushuaia kommt in Sichtweite und wir fahren bald in den Hafen ein. . Von 1884 bis 1947 war Ushuaia ein sicherer Hafen für politische Exilanten und Verbrecher. Das alte Gefängnis ist jetzt für die Öffentlichkeit zugänglich. Der Rest des Tages steht ihnen zur freien Verfügung.
24. Tag Ausschiffung in Ushuaia.
Nach dem Frühstück verabschieden Sie sich vom den Mitreisenden und der Mannschaft. Einige werden für ein paar Tage länger In Argentinien bleiben, andere die Heimreise antreten. Die Antarktis war für alle ein unvergessliches Erlebnis.


Der hier dargestellte Reiseverlauf dient der groben Orientierung. Das Programm kann sich durch lokal vorherrschende Eis- und Wetterbedingungen, Verfügbarkeit von Anlandungsorten, sowie Tierbeobachtungsmöglichkeiten vor Ort laufend ändern. Der endgültige Reiseverlauf wird vom Expeditionsleiter an Bord bestimmt. Flexibilität ist Grundvoraussetzung bei Expeditionsreisen.